Klassik – Anton Bruckner

Mein Lieblingskomponist ist Anton Bruckner.
Der Spätromantiker hat insgesamt 10 Symphonien geschrieben (0-9, diese Zählnung verfolgte er angeblich, um Beethoven nicht an der Anzahl der Symphonien zu übertrumpfen), die allesamt meist mehr als eine Stunde dauern (4 Satz Struktur, bis auf die 9te, die unvollendet ist).
Bruckner versteht es, Motive fragmentartig zu brechen und wieder aufzunehmen, Kontraste zwischen vollem Fortissime und Piano effektvoll einzusetzen und langsame Stellen so nicht langweilig werden zu lassen. Mit seinen schönen, oft choralartigen Motiven entführt er in schöne Traumlandschaften, wenn man sich auf seinen Stil (oft erst beim 2. Hören!) einlassen kann. Ich habe einmal gelesen, Bruckner habe in seinen Symphonien, die man als EINE große Symphonie betrachten könnte, eine Art ‘Ur-Musik’ geschrieben.


Symphonie Nr. 4 (ES-Dur):
Die erste Symphonie, welche ich von Bruckner hörte, war die vierte Symphonie. Sie ist eine der ‘einfacheren’ Symphonien, mit Ansätzen zur Programmmusik. Das Anfangsmotiv des 1. Satzes erinnerte mich gleich beim ersten Hören an einen grandiosen Sonnenaufgang. Dieses Motiv kehrt er im 4. (also letzen) Satz um. Hier baut sich eine mystische Mondesnacht auf, mit weiten Ebenen und Hügeln, die im leichten Nebel am Horizont verschmelzen. Solche beinahe archetypischen Bilder kamen mir immer. Weiterhin verarbeitet Bruckner ein Jagdmotiv und die typischen öster. Ländler.
Die 4. Symphonie eignet sich meiner Meinung nach perfekt für den ‘Brucknereinstieg’ ;)






Symphonie Nr. 7 (E-Dur)
Mit der 7. Symphonie gelang Bruckner damals der Durchbruch in der konservativen Wiener Gesellschaft. Der erste Satz ist wunderschön.




Symphonie Nr. 6 (A-Dur):
Der erste Satz der 6. Symphonie ist sehr rhythmisch und kämpferisch.






Symphonie Nr. 9 (d-moll)
Die 9. Symphonie ist meiner Meinung nach die anspruchsvollste. Es kommen zum Teil schon atonale Elemente darin vor. Sie hat nur 3. Sätze, weil Bruckner vor ihrer Vollendung starb. Das Ende des 3. Satz ist tatsächlich wie ein aushauchen in die Ewigkeit. Bruckner, als tief religiöser Mensch widmete diese Symphonie ‘dem lieben Gott’. Mystische Klangteppische sind allgegenwertig in Bruckners Musik. In dieser Symphonie treten diese besonders hervor.