Eugen Drewermann (Teil 2)

“Eine Liebe Gottes lässt sich nur glauben trotz der Natur.” (E. Drewermann)

Neben der Auseinandersetzung mit der katholischen Kirche, seinen tiefenpsychologischen Evangelien- und Märcheninterpretationen hat Eugen Drewermann in den letzten Jahren auch etliche Bücher verfasst, die den Versuch unternehmen, Religion im Einklang mit den naturwissenschaftlichen Erkenntnissen zu bringen.
So erschien das mehrbändige Mammutwerk: “Glauben in Freiheit” (siehe unten!). Von dem, was ich gelesen habe, kann ich sagen, dass Drewermann in diesen Büchern erst einmal sehr gründlich und fundiert die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse über Kosmologie, Evolution, Biologie, Neurologie, Verhaltensforschung und Psychologie vermittelt, um dann in einem zweiten Schritt Antworten zu suchen, wie es möglich ist, trotz der klassichen Widersprüchlichkeit zwischen ‘Glauben und Wissen’ eine aufgeklärte religöse Lebenseinstellung zu etablieren. Er geht dabei keine ‘denkfaule Kompromisse’ ein, sondern ist um einen ehrlichen, konsequent zu Ende gedachten Ansatz bemüht.
Meiner Meinung nach ist seine Art Theologie zu betreiben zukunftsweisend. Irgendwann wird es wohl, außer in fundamentalistischen Kreisen, unabdingbar sein, um so etwas wie Glaube und Religion ernsthaft zu ‘vermitteln’, derartige Denkewege zu beschreiten, wie Drewermann es tut. Dies mag vielleicht anfänglich ‘weh tun’, muss man sich doch von manch gewohnter, alt hergebrachter Glaubenseinstellung verabschieden.

Einen guten und knappen Einstieg dazu gibt sein Buch:
“Hat der Glaube Hoffnung?
Von der Zukunft der Religion am Beginn des 21. Jahrhunderts”

Auch die hier angeführen Interviews geben einen guten ersten Eindruck über seine Philosophie:


“Eine Liebe Gottes lässt sich nur glauben trotz der Natur.”
Gespräch über Naturkatastrophen, Atheismus, die Ambivalenz der Natur, die Ringparabel und das Wirken Gottes. Aufgezeichnet im Januar 2005 kurz nach dem Tsunami in Südostasien (Schweizer Fernsehen, 55 Min.).
Im Grunde geht es hier um die sog. Theodizeefrage.





Die Hirnforschung bestreitet die Vorstellung von einer unsterblichen Seele. Wer atmet, empfindet, liebt und leidet denn in uns, wenn wir etwas “mit Leib und Seele” tun?
Der Theologe Eugen Drewermann beschäftigte sich mit den neuesten Erkenntnissen der Hirnforschung und fragt nach den Konsequenzen für das Menschenbild, die Seele, den Geist, das Bewusstsein und den Glauben an Gott?





Wiener Vorlesung vom 17. Juni 2013 aus dem Wiener Rathaus mit Eugen Drewermann:
“Wozu Religion, Antworten auf die Grundfragen des Lebens”





Zu den Themen “Leben nach dem Tod”, Karfreitag, Hoffnung, “Himmel und Hölle”, Jenseits, Erlösung, Reinkarnation, Individualität, Paulus sowie das “leere Grab” (2010, 56 Min.).





“Erklär mir die Welt” – Volker Panzer lädt zum Gespräch mit seinem Gast Eugen Drewermann im ZDF-nachtstudio vom Sonntag, den 18. Dezember 2011.





Auch politisch ist E. Drewermann als Pazifist aktiv:

Rede von Eugen Drewermann auf der Kundgebung des Aktionsbündnisses gegen die Nato-Sicherheitskonferenz am 5. Februar 2011 auf dem Münchner Marienplatz: ‘Bundeswehr raus aus Afghanistan’ lautete das Motto der Veranstaltung, an der viele Tausend Menschen teilnahmen.


In diesem Mammutwerk “Glauben in Freiheit” (jedes der Bücher umfasst so etwa 650-1000 Seiten) legt Drewermann sehr detailiert eine zukünftige Theologie in Einklang mit naturwissenschaftlichen Erkenntnissen dar (sehr anspruchsvoll, ist es doch zum Teil eine Einführung in aktuellen Forschungsergebnisse der Astronomie, bzw. Neurologie…):